Stillen - die (un)natürlichste Sache der Welt!

„Hey, sagt mal, war das bei euch auch so schmerzhaft?“. Diese Frage stellte ich meinen Schwestern etwa 3 Wochen nach der Geburt von Ella. Es ging hier aber nicht etwa um die Geburt selbst. Nein, die Frage bezog sich auf’s Stillen. „Ja klar, es war die Hölle!“, bekam ich von beiden einstimmig als Antwort. Ich schaute sie verdutzt an und fragte, weshalb keine von ihnen daran gedacht hatte, mir dies vorher mitzuteilen, sodass ich mich besser hätte darauf vorbereiten können. Ich hatte mich wochen-, ja sogar monatelang auf die Geburt vorbereitet, aber keinen Gedanken daran verschwendet, wie das mit dem Stillen werden würde. Wieso? Weil ich irgendwie dachte, dass dies ja etwas ganz Natürliches ist und einfach so funktionieren wird. Ja, genau, leider falsch gedacht.


Bereits zwei Tage nach der Geburt, ziemlich gleichzeitig mit dem Milcheinschuss, hatte ich komplett wunde Brustwarzen. Jedes Anlegen war so schmerzhaft, dass mir Tränen in die Augen schossen. Dazu kommt, dass Mami ja vor allem am Anfang das Baby oft anlegen sollte, sodass die Milchproduktion in Gange kommt. Unsere Kleine hatte zudem von Beginn an einen sehr starken Zug, was für die Wunden nicht gerade Balsam war. Ich hatte noch in der Klinik eine Lasertherapie gemacht, um die Wundheilung zu fördern, gebracht hat dies leider gänzlich wenig.


Zuhause angekommen fing das bekannte „Dauerstillen“ an. Ella wollte alle 45-60 Minuten trinken und blieb teilweise auch genau so lange dran. Naja, wenigstens war so genügend Zeit vorhanden, um mich nachträglich über das Thema Stillen schlau zu machen.


Die ersten 4 Wochen waren wortwörtlich die Hölle auf Erden, vor allem wegen der Schmerzen. Als alle Salbei-Kompressen und sonstigen Tricks keine Wirkung zeigten und ich kurz davor war aufzugeben, „erlöste“ mich meine Hebamme und verschrieb mir eine spezielle Salbe für die Wunden. Dann habe ich für 2 Wochen Stillhütchen benutzt sowie zwischendurch Milch abgepumpt und mit dem Shoppen gefüttert. Während dieser Zeit konnten die Wunden endlich heilen. Dann mussten die Stillhütchen wieder abtrainiert werden, aber wenigstens konnte ich endlich schmerzfrei stillen. Durch den starken Zug, den Ella von Anfang an hatte, war bei mir die Milchproduktion so stark, dass ich stets zu viel Milch hatte. Und bevor jetzt einige Mami’s sauer werden, weshalb ich mich über zu viel Milch beklage; dies ist, glaube ich zumindest, genau so frustrierend und anstrengend wie zu wenig Milch (Aufstehen in der Nacht um Milch auszustreichen, obwohl das Baby endlich schläft, ist ziemlich frustrierend). Als Ella 12 Wochen alt wurde, hatte sich bei uns endlich ein guter Stillrythmus eingestellt und die Milchproduktion passte sich entsprechend an.


Jetzt ist Ella 7 Monate alt. Ich stille sie nach wie vor, jeweils am Morgen und am Abend vor dem Einschlafen. Ich geniesse diese Momente mittlerweile sehr, vermutlich gerade weil der Anfang so schwer war. Rückblickend wäre es für mich einiges einfacher gewesen, hätte ich mich besser über’s Stillen informiert. Die Schmerzen wären auch da gewesen, aber ich wäre anders damit umgegangen.


Das Thema Stillen ist viel diskutiert und die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Soll ich stillen? Bis wann soll ich stillen? Ernährung in der Stillzeit, Stillen in der Öffentlichkeit, und und und… Ich habe zu all diesen Fragen auch keine (richtigen) Antworten. Ich weiss aus eigener Erfahrung und aus Erzählungen von Freundinnen und Bekannten, dass es nicht ganz so einfach und „natürlich“ ist, wie man so oft liest und gesagt bekommt. Deshalb werden wir diese Fragen und Themen in weiteren Blogbeiträgen aufgreifen, in der Hoffnung, aus der für viele noch unnatürlichsten Sache, die doch natürlichste Sache der Welt zu machen.


Eure Jeannette


Symbolbild

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